Eine Begeisterungswelle trägt zurzeit
den Speyerer Projektchor
„Word of Queen“. Nach Auskunft
von Chorleiter Stefan Golea waren
die Karten für die Konzerte am Freitag
und Samstag, 11. und 12. April,
jeweils 20 Uhr, im Speyerer Technik-
Museum innerhalb von zwei
Stunden restlos ausverkauft. Unsere
Mitarbeiterin Ellen Korelus-Bruder
sprach mit Golea.
Herr Golea, haben Sie mit dem großen
Erfolg Ihres Projektes gerechnet?
Nicht in unseren kühnsten Träumen
haben wir uns diese Resonanz ausgemalt.
Das, was wir zurzeit erleben,
sprengt alle Vorstellungen. Die anhaltend
hohe Nachfrage nach Eintrittskarten
hat zu der Überlegung geführt,
ein Zusatzkonzert am 27.
April um 17 Uhr in der Stadthalle Hockenheim
zu geben. Besonders hat
mich die Begeisterung von Menschen
aller Generationen beeindruckt.
Worauf führen Sie die große Wirkung
zurück, die Sie jetzt erfahren?
Alle 104 Chormitglieder sind in den
vergangenen Monaten sehr zusammengewachsen
und haben an der
Projektentwicklung aktiv mitgewirkt.
Das hat mich schon im Entstehungsprozess
vor manchem Fehler
bewahrt.
In einem Leserbrief in der RHEINPFALZ
vom 19. März wurde Ihnen
vorgeworfen, dass die sechsstimmigen
Arrangements von Queen-Songs gar
nicht so einmalig seien wie im Vorfeld
dargestellt. Wie haben Sie auf die Kritik
reagiert?
Das haben wir sehr gelassen genommen.
Inzwischen wissen wir, dass es
Noten zu Queen-Arrangements gibt.
Bei Recherchen im Internet vor Probenbeginn
haben wir keine gefunden
und dachten: Was bei „Google“ nicht
ist, ist nirgendwo. Es war nicht unsere
Absicht, damit zu werben. Allerdings
gehen die Leute nicht in Konzerte,
um Noten aus Papier zu kaufen,
sondern um den Klang der Musik
zu erleben.
Wie weit ist das von Ihnen angekündigte
nächste Projekt „Legends of
Rock“ schon gediehen?
Probenbeginn ist am 15. September.
Unser Pianist und Publikumsmagnet
Uwe Balser hat seine Teilnahme
auch an diesem Projekt bereits zugesagt.
Ebenfalls interessiert sich ein
großer harter Kern der Projektchor-
Mitglieder auch für die neue Arbeit.
Wir haben viele Abende vor „You
tube“ gesessen, um geeignete Titel
für Chorfassungen zu finden. Pink
Floyd wird ebenso dabei sein wie Genesis,
Status Quo, Kiss und Alice
Cooper. Zurzeit träume ich von zwei
Formen der Präsentation zur Premiere
im April 2009: Einmal in der
Grundbesetzung Chor und Klavier,
wie bei „World of Queen“. Über die
von mir erhoffte Darbietung mit
Chor und Streicherensemble werden
die Kosten entscheiden.
Wird die Premiere wieder in Speyer
stattfinden?
Auf jeden Fall. Ich habe mit Speyer
wirklich Glück gehabt. Die Entscheidung
für die Leitung der Chorgemeinschaft
Speyer-Nord im Jahr
2006 war eine Fügung des Schicksals.
Denn auf der Weihnachtsfeier
wurde die Idee zu „World of Queen“
geboren. Der Erfolg, den wir in der
Domstadt erleben, öffnet viele Türen.
Gibt es Pläne über „Legends of Rock“
hinaus?
Ich möchte einen ständigen Jugendchor
in Speyer gründen, der auf deutsche
Popmusik spezialisiert ist und
auch dessen Organisation übernehmen.
Dieses Genre erlebt gerade
eine tolle Renaissance. Ich stelle mir
Chorfassungen von Titeln von Xavier
Naidoo, Ich & Ich oder Herbert
Grönemeyer vor, die gut zu arrangieren
sind. Grundsätzlich bleibt das
Ende neuer Ideen und Projekte offen.
(kya)